Schreibt an die Hersteller und unterstützt Österreichische Geschäfte

Wort zum Sonntag, Ausgabe 1

"Hier in Österreich gibt es nirgends passende BHs."
"Alles was ich finde ist zu klein oder einfach nicht schön."
"Ich würde ja gerne bei XY einkaufen, aber die führen meine Größe nicht."
"Meine Größe finde ich zwar im Katalog von YZ, aber hier vertreiben sie das Modell YZ nur in wenigen Größen."

Ja. Das kennen wir doch, oder?
Aber es liegt auch an uns, etwas zu ändern. Sollen die Hersteller und Geschäfte hellsehen können, dass sich der Markt ändert?
Können sie wohl kaum. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch immer wieder nach unseren Größen und Schnitten fragen. Im Geschäft, per Mail, immer wieder.

Wir müssen zeigen, wie groß die Nachfrage nach einem größeren Spektrum geworden ist, denn sonst werden die Einkäufer der diversen Geschäfte kaum "exotische" Größen - nichts anderes ist es ja für die meisten Frauen - ins Sortiment nehmen.

Ein paar kleine Tipps:

Beachtet die Rechtschreibregeln, bleibt höflich und seriös. Sie und Ihr groß schreiben ;)
Sehr geehrte Damen und Herren, bzw. wenn ihr eine Kontaktperson gefunden habt, Sehr geehrte Frau XY,

Verpackt ein Lob in das Mail.

Sehr gerne stöbere ich Ihre Kataloge durch, da Sie traumhafte Modelle führen.

Bringt kurz und bündig eure Kritik an, am besten gleich mit Lösungsvorschlägen.

Leider führen Sie meine Größe nicht, was ich sehr schade finde, da so viele Frauen nicht in den Genuss kommen, Ihre Wäsche zu kaufen.
Mit dem begrenzten Größenspektrum von (Hausnummer) 75-85 A-D schließen Sie viele Frauen aus, die einen schmalen Oberkörper haben, da diesen auch die kleinste Bandgröße zu weit sein wird und Sie eher 65 oder 70 brauchen.
Genauso benötigen sehr viele Frauen größere Körbchen als D.

Mit einem hoffnungsvollen und freundlichen Schlusssatz enden:

Planen Sie eine Erweiterung Ihres Sortiments?
Über Informationen freut sich, 
mit freundlichen Grüßen,

de.nocte

Dass diese Taktik durchaus Erfolg haben kann, zeigt zum Beispiel die Eröffnung des Geschäfts Dessous Avenue in Wien.
Wir haben uns sehr freudig auf das gute Angebot gestürzt, Mails geschrieben, Tipps gegeben.
Die Inhaberin hat dann die Thematik schonmal gehört und als Sie dann persönlich mit einer Brafitterin ins Gespräch kam, hat sie das ganze Sortiment umgekrempelt.
Ist doch cool, oder?

Womit wir zum nächsten Punkt kommen.
Nehmen wir an, wir haben es geschafft, es gibt nun vernünftige Größen in einzelnen Läden in Österreich.
Hurray!
So. Diese Modelle kosten jetzt vielleicht 40€, auf figleaves kosten sie 30€, bei brastop kosten sie 20€...
Ich persönlich finde es sehr wichtig, gerade jetzt bei diesen neuen Läden auch einzukaufen. Es ist vollkommen klar, dass die BHs teurer sein müssen, als bei einem Versand in UK. Es kommt der Import dazu, die Kosten für den Laden und die Angestellten, etc.
Bei dem momentan noch gemäßigten Informationslevel der Österreicherinnen muss sich diese "neue" Methode der Größenfindung erst durchsetzen. So ein Laden ist durchaus ein Risiko.

Daher möchte ich alle aufrufen, bei diesen Läden auch einzukaufen. Nur wenn die Modelle auch wirklich gekauft werden, werden die Geschäfte bleiben und auch hoffentlich immer mehr aus dem Boden sprießen.

Natürlich werde ich auch immer noch bei den günstigen UK Anbietern kaufen. Aber trotzdem, ein Einkauf im Laden hat so viele Vorteile, die will ich auch durch einen höheren Preis würdigen. Ich kann nach Herzenslust probieren und schmökern, habe ein geschultes Auge dabei das eventuelle Passformprobleme erkennt und mich beim Aussuchen begleitet.
Wenn ich in UK eine Handvoll BHs zur Auswahl bestelle und letztendlich nur wenig behalte, komme ich durch die Versandkosten übrigens auch auf höhere Preise - das Preisniveau UK - Ö ist dann gar nicht mehr so verschieden.

Fazit: Wer es sich leisten kann, den möchte ich dazu animieren, bei den wenigen Österreichischen Geschäften dann auch einzukaufen. Bringt Freunde mit, zeigt, dass das Interesse vorhanden ist und Österreich auf einem guten Weg ist, passende BHs zu tragen.

Ende der Predigt,
Amen.

xoxo denocte