Gastpost: Warum es so schwierig ist, DEN RICHTIGEN zu finden.

Heute darf ich einen Gastpost veröffentlichen von Anne-Luise von BH-Lounge. Ich kenne sie über das Busenfreundinnen Forum und sie ist für mich DIE Expertin vor allem im großen Größenbereich! Am besten stellt sie sich gleich mal selber vor:

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Ich bin Anne-Luise von BH LOUNGE. Nach der Begegnung mit meinem ersten BH brauchte ich 14 Jahre, um „den Richtigen“ zu finden. Das war, als ich busenfreundinnen.net beitrat und sobald ich das bequeme und selbstbewusste Gefühl kennenlernte, das ein gut sitzender BH einem beschert, wollte ich all den anderen Frauen davon erzählen. Ende 2012 gründete ich BH LOUNGE, einen mobilen Bra-Fitting-Service. Nun begleite ich Frauen beim Wäschekauf und biete Dessouspartys und persönliche Beratung an.

 

Warum es so schwierig ist, einen passenden BH zu finden

Die meisten Frauen tragen jeden Tag einen BH. Sie haben schon unzählige Male das Angebot von Wäschegeschäften, Onlineshops oder Kaufhäusern durchstöbert, dutzende Modelle getestet und anprobiert. Jeden Morgen stimmen sie ihre Wäsche auf ihre Kleidung ab, je nachdem, ob eine weiße Bluse oder ein tiefer Ausschnitt gefragt ist, es eher edel, sportlich oder bequem sein soll. Im Durchschnitt hat frau hierfür 15 BH-Sets zur Auswahl. Der Büstenhalter ist ein Kleidungsstück, das die meisten Frauen über viele Jahre jeden Tag begleitet hat. Warum ist es trotzdem so schwierig, den richtigen zu finden?

 

Bei Jeans und T-Shirt finden viele Damen irgendwann „ihre“ Marken, deren Schnitt ihnen steht und passt. Körperformen sind ja unterschiedlich, ebenso die Maßarbeit der Hersteller. Das ist beim BH nicht anders, nur gibt es hier viel mehr Teile und Feinheiten, auf die man achten sollte. Nur nach Tabelle kann man die richtige BH-Größe nicht ermitteln. Sie kann sogar je nach Hersteller, Modell und innerhalb unterschiedlicher Farben eines Modells variieren.

 

Bügelbreite passend? Trägerlänge angenehm? Offen oder geschlossen geschnittene Cups? Mehr Platz im Ober- oder im Unterkörbchen? Volumen in Stegnähe? Abstand der Träger? Unterbrustband angenehm? Bügel weder zu hoch noch zu niedrig? Und wie ist überhaupt die Form? Passt sie zu mir? Wünsche ich sie mir so? Vielleicht nur unter diesem oder jenem Kleidungsstück.

Es gibt also eine Menge Fragen an „den Zukünftigen“, die durch die bloße Kombination von Zahlen und Buchstaben nicht abgedeckt werden. Hinzu kommt, dass in gängigen Größentabellen und -rechnern nicht die Festigkeit der Brust berücksichtigt wird, die durch Alter, Gewichtsschwankungen, Schwangerschaft und Stillzeit, eventuelle Brust-OPs und die individuelle Veranlagung jeder Frau beeinflusst wird. Die Brust verändert sich im Laufe des Lebens. Etwa einmal im Jahr sollte man seine BH-Größe und die für sich passenden Formen bestimmen lassen.

 

Dennoch scheuen viele Frauen die individuelle Beratung. Fast drei Viertel der Befragten gaben bei einer von Vogue und Liaison Dangereux durchgeführten Dessousstudie an, ihre BH-Größe durch Probieren herausgefunden zu haben und am liebsten alleine und ohne Beratung shoppen zu gehen. Doch warum ist das so?

Leider bestimmen ein eingeschränktes Größenangebot und Schnittformen, die wenigen Frauen passen, den deutschsprachigen Wäschemarkt. Da vielerorts nach veralteten Tabellen beraten wird und Wäscheverkäuferinnen nicht selten selbst unpassende BHs tragen, wird den Kundinnen leider noch viel zu oft zu Modellen und Größen geraten, die nicht zu ihnen passen. Ein gern genanntes Argument dabei ist, dass das bei allen Frauen so sitze und es eben nicht besser gehe. Das führt zu Unzufriedenheit und dem Gefühl, eine seltene und schwierige Brustform zu haben. Dieses Gefühl begleitet einen in die Umkleidekabine, wo es durch mangelndes Angebot an guten Schnitten Bestätigung findet. Dass man selten einen wirklich gut angepassten BH zu sehen bekommt – im realen Leben wie in der Werbung – verschärft das Problem und die Mär vom Alphabet á la A = klein, B = mittel, C = groß, D = sehr groß macht es auch nicht besser.

 

So sollte es nicht sein! Der Wäschekauf ist zwar eine delikate Angelegenheit, jedoch sollte er Spaß machen, anstatt von Scham und Frust begleitet zu werden. Mit einem passenden BH machen wir uns selbst und unserem Alltag ein Geschenk. Lässt man 75B hinter sich, die meistgekaufte Größe, die allerdings nur sehr wenigen Frauen passt, so wird es zwar nicht einfacher, aber um einiges komfortabler. Nicht die Brustformen sind das Problem. Sie sind so vielfältig und individuell wie jede Frau. Wenn sich darauf auch die Händler und Hersteller einstellen, fällt auch der BH-Kauf nicht mehr so schwer.

 

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